Berufskrankheit Security? – Rauchen

Berufskrankheit Security? – Rauchen!

In Deutschland rauchen ca. 30 % aller Erwachsenen. Das sind über 20 Mio. Bundesbürger – oder knapp jeder Dritte. Viele davon rauchen auf ihrer Arbeit – auch Sicherheitsmitarbeiter. Doch was halten Kollegen oder Unternehmer davon. Und was sagen die Raucher selber? Kann man beim Rauchen von einer Berufskrankheit im Sicherheitsgewerbe sprechen?

Rauchender Security
Die Fakten

In unserer, in sozialen Netzwerken durchgeführten Umfrage, kam es zu folgenden Angaben:

Aussage Anzahl
Ja ich rauche im Dienst 19
Ich rauche nur dort wo mich keiner sieht 16
Ich bin Nichtraucher 38
Ja, wenn es erlaubt ist, ansonsten in der
Pause oder nach dem Dienst
10
Nein, im Dienstrauche ich nicht 4
Ich bin auf Dampfer umgestiegen 2
Gesamt 89
Anteil der Raucher/Nichtraucher

Die Gesamtzahl der Teilnehmer an der Umfrage lag bei 89 Personen. Personen die direkt im Sicherheitsbereich oder im Umkreis davon tätig sind. Nur 38 davon gaben an, Nichtraucher zu sein. Das sind 42,7 %. Somit liegt der Anteil der Raucher mit 57,3 % offenbar wesentlich höher als der Durchschnitt in Deutschland.

21,35 % rauchen, den Angaben nach, ohne besondere Achtung im Dienst.
17,98 % rauchen nur dort wo sie nicht gesehen werden
11,24 % rauchen nur wenn es erlaubt ist, ansonsten in der Pause oder nach dem Dienst.
2,25 % sind auf Dampfer umgestiegen – was aber vergleichbar mit Rauchen ist.

42,7 % sind Nichtraucher
57,3 % sind Raucher.

Von den 57,3% der Raucher nehmen wenigstens mehr als die Hälfte – also 29,22 % – Rücksicht auf Kunden oder Kollegen und Rauchen nur dort wo sie nicht gesehen werden oder nur in Pausen und wenn es erlaubt ist.  Der Rest – 21,35 % – raucht ohne größere Beachtung im Dienst.

Der Fluch

Nun gibt es vermutlich viele Unterschiedliche Ansichten zum Thema „Rauchen als Sicherheitsmitarbeiter“.

Ein Kollege erzählt: „Habe die letzten 10 Jahre einen rücksichtslosen Kettenraucher abgelöst. Bin selbst Nichtraucher. Ich bin froh, daß ich diesen Gestank und miefige Klamotten nicht mehr ertragen muss. Unser Häuschen ist durch Nikotin so versifft, daß man sich schämt. Soviel zum Thema „rauchfreier Arbeitsplatz“.“

Ein anderer sagt:“ Ich find es ein Unding, dass die i.d.R. was ich so gesehen habe, immer mehr Pause haben, als Kollegen die nicht rauchen.“

Das Rauchen macht also auf Nichtraucher-Kollegen keinen guten Eindruck. Auch der Großteil der Kunden will die Sicherheitsmitarbeiter nicht rauchen sehen. Es ist ja auch klar, wer bezahlt schon gerne einen, nach Rauch stinkenden, Mitarbeiter, der die Gäste am Eingang mit Zigarettenqualm volldampft?

Nebenher sollten Sicherheitsmitarbeiter über eine gute körperliche und psychische Fitness verfügen. Bekanntermaßen hemmt das Kohlenmonoxid der Zigaretten jedoch den Sauerstofftransport im Blut. Das hat zur Folge, dass sowohl die physische als auch psychische Leistungsfähigkeit sinkt. Aus dieser Sicht sollte man also auf das Rauchen verzichten.

Ein Unternehmer sagt dazu:“Wir wollen nicht, dass unsere Mitarbeiter während des Dienstes rauchen. Daher haben wir dies verboten. Lediglich in den Pausen ist außerhalb des Sichtfeldes der Kollegen, der Kunden und der Gäste das Rauchen gestattet. Verstöße dagegen werden von uns arbeitsrechtlich geahndet.“

Wenn Mitarbeiter gegen solche Dienstanweisungen verstoßen, sollte man sich im Klaren sein, dass dies Konsequenzen haben kann. Sollte ein Mitarbeiter, trotz Anweisung doch im Dienst wiederholt rauchen, kann dieser abgemahnt und ggf. gekündigt werden.

Der Segen

Raucher haben ganz unterschiedliche Begründungen für das Rauchen im Dienst oder in den Pausen.

Die Meinung eines Sicherheitsmitarbeiters: „Wenn es an der Diskothekentür mal wieder Ärger gibt und man danach mit Adrenalin vollgepumpt ist, rauche ich zur Beruhigung mindestens 1-2 Zigaretten. Das bringt mich wieder runter.“

Andere Aussagen gehen von „vertreibt die Langeweile am Objekt“ über „dann isst man nicht so viel“ bis hin zu „hält mich wach“. Subjektiv stimmen diese Angaben wahrscheinlich sogar mit der Wirkung der Zigaretten und des Nikotins überein. Allerdings muss man wissen, dass diese Wirkung meist nur subjektiv ist und die objektive und biologische Wirkung eher verschwindend gering ist.

In Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass man mit dem Rauchen auf keinen Fall beginnen sollte und, wenn man bereits Raucher ist, versuchen sollte dies zu unterlassen. Denn Nichtrauchen spart viel Geld – ist gut für die Gesundheit – und letztlich natürlich auch gut für den Kunden.

Berufskrankheit?

Mit 89 teilnehmenden Personen ist unsere Umfrage vielleicht nicht wirklich repräsentativ. Allerdings kann man schon eine kleine Tendenz erkennen. Bisher hab ich immer das subjektive Gefühl gehabt, dass es viele Raucher im Sicherheitsgewerbe gibt. Offenbar bestätigt sich diese Annahme.

Ist das Rauchen nun eine Berufskrankheit? Streng genommen nein, denn eine Berufskrankheit ist eine Krankheit die durch eine versicherte Arbeitstätigkeit hervorgerufen wird. Dazu gehört das Rauchen natürlich nicht.

Dennoch ist Rauchen in der Wachbranche offenbar weit verbreitet. Tut euch, den Kollegen und den Kunden einen Gefallen und reduziert das Rauchen auf das absolut nötigste wenn ihr im Dienst seid, oder lasst es am besten ganz sein. Das lässt euch deutlich professioneller wirken.

Bleibt sicher!
Christian